DIY Einen Kotatsu bauen (Ikea Hack Bett)


In Japan, wo kaum ein Haus eine Zentralheizung hat, gehört ein Kotatsu zur Einrichtung dazu wie bei uns die Couch. Ein Kotatsu ist im prinzip wie ein Couchtisch mit einer Decke und einer Heizung, der im Winter Wärme spendet und zum Lesen, Rumlungern, Essen und beisammensein einlädt. Herzstück eines Kotatsu ist zweifelsohne die Untertischheizung, die über ein Gebläse (manchmal auch ohne gebläse) die durch Heizspiralen erwärmte Luft verteilt. Um die Luft am ausströmen zu Hindern wird über dem Tisch eine Decke ausgebreitet, auf der dann eine Tischplatte liegt. Im Prinzip ein die etwas ‚sicherere‘ Variante zum Fön unter der Bettdecke. Klingt gefährlich? Ich denke auch. Klingt gemütlich? Auf jeden Fall! Ist in Deutschland zu bekommen? Eher nicht. Und wenn, dann nur sehr überteuert und es wird noch ein Adapter für den „Kotatsu-Ofen“ benötigt. Grund genug, sich nach Alternativen umzusehen und selber was zu bauen.

Das Ziel: Ein flauschiger Tisch in Bodennähe mit Wärmefunktion


Im Büro habe ich letzten Winter unter den Tischen eine Infrarot-Wärmeplatte angebracht. Diese heizt insbesondere in der Übergangszeit, oder der Schnupfenzeit wunderbar die Beine unter den Schreibtischen. Auch die Hände werden warm, da auch etwas Wärme nach oben steigt. Die Heizfunktion ist über einen Dimmer regelbar und mit maximal 80°C warm genug für meinen DIY Kotatsu! Also, nachdem fast ein Jahr die Platten im Büro ihren Dienst tun auch mal eine privat bei Amazon bestellt.

Bleibt noch die Frage, aus was man den Kotatsu baut. Mein alter Schreibtisch von Ikea hat eine defekte Tischplatte. Gut, der ist auch schon gefühlte 15 Jahre alt und löst sich auf. Praktischerweise habe ich grade mein durchgelegenes Bett gegen ein Japanisches Baumwollfuton ausgetauscht. Und da keiner das Bett geschenkt haben wollte, habe ich aus dem Kopfteil kurzerhand eine Tischplatte gemacht. Das Fußteil war fast genau zweimal so lang wie das Kopfteil hoch war und hat perfekte Tischbeine abgegeben! Mit der Ryoba Säge habe ich das Fußteil halbiert – von Hand, ging sehr schnell und staubt recht wenig, da dass Sägeblatt dünn ist. Hab ich direkt im Wohnzimmer gemacht. Über Lamellodübel habe ich das ganze miteinander verbunden. Rückwirkend betrachtet hätte man auch einfach einen starken Kleber nehmen können, ohne Dübel. Die Auflageflächen sind sehr breit. Monitor, Tastatur, Maus und Lampe umgestellt. Eine Decke auf den Boden, Heizplatte unter den Tisch geklebt und fertig ist der DIY Kotatsu. Naja noch nicht ganz. Eine Holzplatte werde ich vermutlich noch hinten anbringen um die Steckerleisten zu verstecken und die warme Luft zu stauen. Und wenn es richtig kalt ist (wie die vergangenen Tage) kommt noch eine Decke dazu, mit der ich mich einkuschel. Mein Hund findet das auch saubequem. Und ein erster Besucher hat den Tisch ebenfalls für „geil“ befunden.

Wem auf Dauer das auf dem Boden sitzen zu anstrengend wird (was eigentlich unmöglich ist weil man ständig die Sitzposition verändern kann in alle möglichen Richtungen, was auch wieder gut für den Rücken ist) kann auch einen halben Ikea-Schreibtisch-Holzstuhl auf den Boden stellen. Viel Spaß beim nachmachen!

Zaisu aus dem IKEA

Über

Ich bin ein junger Haus- und Gartenbesitzer, Musiker und DIYer, liebe Hunde und Arbeiten mit Holz, Design, Fotografie... und mein Wissen zu teilen.

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