DIY: Innenarchitektur selbst machen – Mein Bachelor Pad

Mein Wohnzimmer sieht furchtbar klein aus. Okey, es ist kein riesiges Wohnzimmer, aber für japanische Verhältnisse wäre es ein Palast. Woher ich das weiß? Ich lese eben gerne, auch über Architektur, Innenarchitektur und Raumwirkungen. Es bietet sich einfach an: Innenarchitektur selbst machen. Zurück zu meinem Wohnzimmer und warum es so klein und ungemütlich aussieht….

Das Sofa ist zu groß, zu hässlich und war vor 15 Jahre mal hochmodern. Und sieht 15 Jahre später eben nicht mehr „hochmodern“ sondern total Altbacken aus.

Tip 1 Besser Zeitlose Klassiker als moderne Möbel kaufen

 

Innenarchitektur selbst machen: Skizzieren

Am Einfachsten ist es, wenn man sich erst mal eine Skizze macht, alle Türen und Fenster einzeichnet und dann das Zimmer entsprechend seiner Symmetrie unterteilt. Symmetrie ist bei allen gestalterischen Dingen anzufinden (Goldener Schnitt) und wird oft unterschätzt. Die tollsten Möbel nützen nichts, wenn sie einfach nur wahllos herumstehen.
Der erste Eindruck des Raumes ergibt sich in dem Moment wo man vom Flur in das Zimmer tritt. Unbewusst macht sich in diesem Moment auch jeder Besucher ein Bild von dem Bewohner. Unordentlich? Ordentlich? Echtholzmöbel? Plastik mit Holzaufdruck? Keiner würde auf die Idee kommen mit zwei verschiedenen Socken zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen. In meinem Fall sieht man ein Fenster und eine große weiße Wand.

In Sketchup hab ich zunächst den Raum nachgebaut und mit Modellen geschaut ob alles passt wie ich es mir vorstelle. Nach und Nach hab ich den Plan dann umgesetzt.

Tip 2: Auf Symmetrie achten

Der Beamer ist schon angeschraubt und soll deswegen auch nicht nochmal den Platz wechseln. Die Lautsprecherkabel sind ja ebenfalls schon unter Putz gelegt worden.
Aber was will ich denn überhaupt? Nunja, einiges. Hier mal eine Aufstellung meiner Wunschliste

  • eine Leseecke, mit Tageslicht
  • Platz für mindestens vier Besucher
  • Platz für meinen Computer
  • Platz für meine Gitarren und das ePiano
  • Platz für meinen Hund
  • Platz für Besucher die über Nacht bleiben (Schlafsofa?)
  • Multifunktionelle Möbel
  • Möbel die in 20 Jahren nicht aussehen wie aus einem Land vor unserer Zeit
  • Hochwertige Möbel die überhaupt 20 Jahre überleben können
  • Innenarchitektur die zu der Wunschvorstellung meines Ich passt
  • Gemütlichkeit

Innenarchitektur selbst machen: Möbel auswählen

Viel ist nicht von meinen alten Möbeln geblieben. Warum? Weil ich nichts davon selbst ausgesucht habe. Das graue Sofa war ein Geschenk zum Einzug. Hochwertig war es auf jedenfall, aber auch schon aus der Mode gekommen und zum Schlafen mit 1,60 total unbequem wenn man knapp 1,78 groß ist. Die nussbaumfarbene Wohnwand sah im Möbelhaus unter Kunstlicht noch ganz schick aus. Dadran hatte ich mich aber sehr schnell satt gesehen. Die Beamer-Leinwand war bei dem Epson Beamer dabei, kann aber nicht an der Wand befestigt werden und ist zu klein für den ‚großen‘ Abstand den der Beamer zur Wand hatte. Von dem DIY Fliesentisch im RTL2 Style und dem geschenkten Langflorteppich mit zwei Knoten auf einen Quadratzentimeter fang ich erst garnicht an.

Das Sofa, die Lampe, der Tisch, das Bild, das Bücherregal und der Teppich sind von Ikea. Den Glastisch hab ich gebraucht in den Ebay Kleinanzeigen gefunden, ein Ledersofa kann man da auch gut kaufen wenn man es nicht eilig hat. Beziehungsweise gerade dann: Ikea hat bei den Ledersofa leider 6-8 Wochen Lieferzeit. Die Liegefläche ist 1,80 – dank der niedrigen Armlehnen liegt man trotzdem bequem. Die LED-Stehlampe verbraucht kaum Strom, der Glastisch (der zusammen mit Teppich und Sofa ein Arrangement bildet) vermittelt den Eindruck von Raumtiefe und Leichtigkeit. Zu Leder und Echtholzfußboden passen natürlich hervorragend Naturmaterialien. Der Teppich ist aus pflegeleichter Schafwolle, die Kissen aus Leinen, das Plaid aus Baumwolle.

Tip 3: Wer günstig kauft, kauft zwei mal

Dieser Stuhl ist eine Replik des berühmten „Barcelona Chair“ Designklassiker (Muloco). Chrom und Leder wirken zusammen mit dem runden Perserteppich und dem Holz wie eine Batcave, Bachelor Pad oder Jungesellenwohnung. Wobei ich letzteres eher mit einer unaufgeräumten, Schmuddelbude verbinden würde. Die Bücherregale (Ikea) säumen das Fenster wie einen Bilderrahmen und mein Cajon hat zusammen mit einer alten Tischlampe (ebenfalls Ikea) genau die richtige Höhe um ein idealer Lichtspender zum Lesen zu sein. Das Schaffell (Ikea) hält im Sommer kühl und im Winter warm. Das hochwertige Leder ebenso, hat allerdings im Winter eine kurz Warmsitzzeit. Übrigens: Je kürzer diese Zeit, um so hochwertiger das Leder. Den Teppich hab ich von meinem Vater geerbt. Als Kind fand ich diese ziemlich hässlich – die haben eben nicht auf den vorhandenen weißen Teppichboden gepasst. Ein kleines bisschen kleiner könne der runde Teppich ruhig sein, aber einem geschenkten Gaul…. Wenn Besuch kommt, zieh ich den Sessel einfach an meinen Couchtisch. Dann sitzen drei Leute schon mal ziemlich bequem. Auf dem Cajon, dem Strickpouf und dem Holzblock in der Ecke kann auch noch jemand sitzen. Und schon hat man sechs Leute unter.


Abschließend noch ein paar Ergänzende Worte: Ich hab natürlich nicht alles auf einen Schlag gekauft. Erst hab ich das Sofa ausgetauscht, dann den Langflorteppich und den DIY Fliesentisch. Dann hab ich den Sessel gekauft, die Regale ergänzt und den Perser bekommen. Das Sideboard im 70er Stil ist übrigens ebenfalls von den Kleinanzeigen und musste vorher noch ein bisschen aufgearbeitet werden. Die Leinwand ist mit 30 EUR (Amazon) keine besonders hochwertige gewesen, erfüllt aber ihre Aufgabe. Nun werde ich noch ein großes Bild aufhängen hinter der Leinwand, so dass man nicht immer die Leinwand oder eine weiße Fläche anschaut wenn kein Film läuft. Das ist übrigens auch der Grund warum ich keinen Fernseher habe: Ich mag diese riesigen schwarzen Löcher im Wohnzimmer nicht.

Über

Ich bin ein junger Haus- und Gartenbesitzer, Musiker und DIYer, liebe Hunde und Arbeiten mit Holz, Design, Fotografie... und mein Wissen zu teilen.

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