Test: Luftreiniger Viktor von Stadler Form

Im Februar ist es wieder so weit. Da geben sich die trockene, staubige Heizungsluft und Hausstaub zusammen mit den ersten Haselpollen die Klinke in die Hand. Das sind dann die Momente im Jahr wo Pollenallergiker und Hausstauballergiker weder drinnen noch draußen ihre Ruhe finden. Prima. Durch meine Bedufterin Lea habe ich  mir bei Amazon den Luftreiniger Viktor bestellt. Dieser hat ein dreifaches Filtersystem, das Hausstaub, Tierhaare und sogar Pollen aus der Luft filtern kann (*und Viren, Feinstaub, undundund). So verspricht es zumindest der Hersteller.

Verpackung und Versand

Der Luftreiniger Viktor von Stadler Form kam -wie Lea vor ihm- ebenfalls gut verpackt bei mir an. Ebenso ist nicht unnötig viel Verpackungsmaterial verwendet worden. Der erste Eindruck: Er ist größer als ich mir ihn anhand der Fotos vorgestellt hatte. Nunja, irgendwo muss ja die Filtertechnik untergebracht sein.

Aufbau und Erstbetrieb

Viel falsch machen kann man nicht. Mit auffälligen Laschen ist markiert wo Transportsicherungen entfernt werden müss, der Filter muss ausgepackt und wieder eingesetzt werden. Dann noch den Netzstecker in die Steckdose, einen Platz für Viktor aussuchen und einschalten. Fertig.

Eindruck am ersten Tag

Der Aktivkohlefilter riecht nach… Aktivkohlefilter eben. Erinnert mich an ein Schwimmbad (hier werden ebenfalls Aktivkohlefilter eingesetzt). Ist schwer zu beschreiben. Es stinkt nicht nach Chemie, es riecht frisch. Der Eigengeruch wird aber nach kurzer Zeit deutlich schwächer.

Tag 2. Logbuch des Robinson Crusoe. Immernoch kein Schiff. Werde Viktor nun Freitag nennen.

Ich teste die verschiedenen Einstellungen an Viktor.. äh Freitag rum und stell ihn auf Stufe 5. Die ist für meinen Geschmack recht Laut (wie eine Dunstabzugshaube). Und schon ist mein Gemüse angebrannt. Prima. Aber etwas ist komisch. Direkt an der Pfanne riecht man das angebrannte Essen noch, ein bisschen weiter Weg ist der Geruch komplett verschwunden. Das ist eben ein Aktivkohlefilter in Kobination des großen Luftumsatz von Viktor auf Stufe 5. Aber die Effizienz mit der Gerüche aus der Luft gefiltert werden, hat mich überrascht. Außerdem: Es gibt keine im Sonnenlicht sichtbaren Staubpartikel mehr in der Küche.

Tag 3. Viktor zieht ins Schlafzimmer um.

Die drei Filter von Viktor

Der Geruch des Kohlefilters ist fast verschwunden, Viktor darf im Schlafzimmer auf dem Schrank stehen. Stufe 1 ist leise, aber hörbar. Stört mich nicht weiter, es ist ein angenehmes Rauschen. Licht aus und…

„Was ist das?“

„-Das ist blaues Licht.“

„Und was macht es?“

„-Es leuchtet. Blau.“

Die Anzeigen von Viktor leuchten extrem hell in der Dunkelheit. Hierfür haben sich die Designer bei Stadler Form was einfallen lassen: Man kann das Licht entweder reduzieren oder ganz ausstellen. Da ich kein blaues Licht im Schlafzimmer brauche, wird es ausgestellt. Gute Funktion! Spricht für ein durchdachtes Gesamtkonzept.

Tag 4-6
Wenn ich außer Haus war, habe ich Viktor auf Stufe 5 gestellt. Ansonsten lief er auf Stufe 2. Nach dem kochen stell ich den Luftreiniger Viktor auf Stufe 5. Kann ich danach Essensgeruch wahrnehmen? Nö. Mittlerweile läuft er Tag und Nacht auf Stufe 1. Der Essensgeruch der sonst im ganzen Haus verteilt war, wird einfach von Viktor verschlungen.

Weitere Features

Viktor hat eine automatische Abschaltung. Diese ist auf 2, 4 oder 8 Stunden einstellbar. Da der Luftreiniger Viktor für den Dauerbetrieb konzipiert ist, brauch ich die Abschaltung nicht. Kann aber für ein Restaurant z.B. sehr interessant sein, 8 Stunden volle Power nach dem letzten Gast und es riecht wieder frisch.

Luftreiniger Viktor ist heimlich auch Bedufter Viktor! Wer möchte, kann in dem Duftfach 1-2 Tropfen ätherische Öle platzieren. Dann wird die Luft gereinigt, von Gerüchen wie Nikotin, Schweiß und Essen befreit und gleichzeitig mit Duft versehen. Hier auch wieder: Design, dass begeistert.

Der Grobfilter und AKtivkkohlefilter werden alle 6 Monate ausgetauscht. Der (größte) Filter in der Mitte wird einfach ausgespült.

Funktionsweise der Filter

Der erste Filter, ist ein Grobfilter der regelmäßig (ca. alle 6 Monate) gewechselt werden sollte. Hier bleiben Hundehaare und grobe Staubpartikel hängen. Der zweite Filter ist der von Stadler Form patentierte HPP filter. Hier werden an den elektrisch geladenen Metallplatten Partikel gebunden und Gase adsorbiert, weswegen man diesen Filter regelmäßig gründlich ausspülen muss. Der dritte und letzte Filter ist der Aktivkohlefilter, der all das rausfiltert was die anderen beiden Filter noch nicht erwischt haben. Das ist nicht mehr viel. Die Effizient des Filters wird mit 99% angegeben, vermutlich werden sogar Viren aus der Luft gefiltert, was insbesondere bei Mehrpersonenhaushalten ziemlich genial ist.

Der Aktivkohlefilter des Luftreiniger hat noch ein paar extrem dünne Haare erwischt.

Wer braucht so ein Ding denn überhaupt?

Also eigentlich kann jeder einen Viktor Luftreiniger brauchen. Weniger Staub in der Luft bedeutet weniger Putzen. Weniger rumfliegende Hundehaare bedeutet weniger Staubsaugen. Weniger Pollen, Milbenkot und Feinstaub bedeutet eine deutliche bessere Luftqualität (die in Innenräumen meistens furchtbar ist, egal wie alt oder neu das Haus oder die Wohnung ist).

Fazit und Note

Für knapp 280 EUR ist der Viktor Luftreiniger für Allergiker eine sehr gute Wahl. Ein Luftwäscher (z.B. von Venta) hat zwar den Vorteil die Luft gleichzeitig zu befeuchten, erwischen aber keine Kleinstpartikel oder Gase und natürlich beseitigen diese auch keine Gerüche. Ich gebe Viktor für das stimmige Design und die die wenige nötige Wartung die Bestnote 1. Absolute Kaufempfehlung!

Über

Ich bin ein junger Haus- und Gartenbesitzer, Musiker und DIYer, liebe Hunde und Arbeiten mit Holz, Design, Fotografie… und mein Wissen zu teilen.

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