Erste Hilfe: Was tun gegen Schimmel in der Wohnung

Eine kleine Geschichte vorweg: in meiner Jugend sind wir von der Stadt von einem Band-Proberaum in den anderen gejagt worden. Am bittersten war, dass in komplett frisch renovierten Räumen Schimmel der Grund für den Rausschmiss war – Die Räume waren unnutzbar! Als das Schimmelproblem dann ein Jahr später beseitigt war, durfte das Jugendbüro der Stadt dort einziehen. Die Lautstärke der probenden Bands hatte man unterschätzt. Bemerkt hatten wir den Schimmel übrigens selbst. Gesehen hat man an den Wänden am Anfang garnichts, dafür herrschte eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit in dem Raum. Unser Schlagzeuger war nach 10 Minuten schon nassgeschwitzt, selbst das einstöpsel der Gitarren war unglaublich anstrengend. Am Fenster lief Kondenswasser an der Scheibe herab, das kann man sich nicht Vorstellen. Da wir leider nicht verstanden hatten, was da vor sich geht, haben wir zunächst einen Luftentfeuchter gekauft, den wir auch alle zwei Tage leer kippen mussten. Das hatte aber leider nicht die Ursache der Symptome bekämpft: Schimmel. Und auch der kam irgendwo her: Beim Neubau der Räume, wurde eine wunderschöne Treppe in den Keller angelegt, diese war ebenerdig mit der Kellertür. Wenn es stark regnete, floß der Regen über die versiegelte Kellertreppe, unter der bodenhohen Tür her und in die Räume. Ein simpler aber fataler Baumangel wie man so schön sagt.

Woher kommt der Schimmel? Ursache erkennen!

Schimmel bildet sich da wo es feucht ist und die Feuchtigkeit nicht abtransportiert werden kann.

  • Ein feuchter Bruchsteinkeller ist nicht schlimm,  bis jemand anfängt zu Verschlimmbessern: dichte Fenster werden eingebaut, Wände und Decken versiegelt und schon hat man einen Schimmelkochtopf.
  • Es werden in einem alten Haus neue, hochmoderne Fenster zum Energiesparen eingebaut. Diese Fenster sind leider (oder zum Glück, je nachdem) so dicht, dass keinerlei Luftaustausch mehr stattfindet. Es bildet sich Kondenswasser an den Wänden und es kommt zur Schimmelbildung.
  • Feuchte Wäsche liegt über Wochen (oder Monate) in einer Ecke hinterm Kleiderschrank. Es findet kein Luftaustausch statt, dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit und es entsteht Schimmel.
  • oder wie im Beispiel Proberäume: Durch einen Baumangel gelangt immer wieder Feuchtigkeit in die Räume, diese kann nicht abtrocknen (war ja auch alles supereffizient und dicht), es entsteht Schimmel
  • Nachträglich werden die Hauswände isoliert (auch über Wände findet in der Regel ein Luftaustausch statt!), das Haus ist dicht, aber es wird keine Belüftungsanlage installiert: Schimmel entsteht.

Was tun gegen Schimmel?

Wenn Schimmel durch das Beispiel „feuchte Wäsche“ ensteht, reicht Schutzkleidung anzuziehen (Handschuhe, Mund- und Augenschutz, Haut bedecken: Schimmel kann allergische Reaktionen hervorrufen) es die Wäsche zu beseitigen (die kann man übrigens wegwerfen) und die Wand mit Essigessenz großzügig abwaschen. Das stinkt furchtbar nach Essig, aber wenn der Pilz in den Stein vordringt wird das ganze schon wieder extrem aufwendig. Bei allen anderen Beispielen bringt es nichts erst einmal den Schimmel zu bekämpfen. Dieser wird immer und immer wieder kommen! Das ist wie mit dem Löwenzahn auf der Wiese, der fühlt sich da nun einmal wohl und wenn man den Boden nicht austauscht kann man so viel rupfen wie man will: Es kommt immer wieder.

Über Rolladenkästen bildet sich auch gerne mal Schimmel: das ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Bewohner nicht genug Lüften.

Im besten Fall erkennt man selber warum der Schimmel entsteht, was vor kurzem geändert wurde und kann hier selber Nachbessern. Für den Schimmelpilz an sich, sollte man einen Fachmann besorgen. Wenn der Pilz durch einen Baumangel entstanden ist (zb. Fenstertausch, Wärmedämmung) und man NICHT auf die Notwendigkeit einer Belüftungsanlage hingewiesen wurde oder diese Anlage mangelhaft ausgeführt wurde, sollte man einen Rechtsanwalt einschalten.

Über

Ich bin ein junger Haus- und Gartenbesitzer, Musiker und DIYer, liebe Hunde und Arbeiten mit Holz, Design, Fotografie… und mein Wissen zu teilen.

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